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Das Masterprogramm World Arts setzt sich mit den vielfältigen Bedeutungsebenen von Musik, Kunst, Literatur und Theater in den verschiedenen Kultursphären der Welt auseinander. Im Zeitalter verdichteter Globalisierungsprozesse sind interkulturelle Begegnungen durch Tourismus, Migration und digitale Medien zu einer fast alltäglichen Erfahrung geworden. Die vermeintliche Zugänglichkeit täuscht jedoch leicht darüber hinweg, dass Künste in anderen Gesellschaften oftmals extrem unterschiedliche Bedeutungszuweisungen haben. Dazu gehören etwa:
Dies betrifft ebenfalls das Verhältnis von Kunst-, Popular- und Volkstraditionen. Entweder ist eine derartige (westliche) Unterscheidung überhaupt nicht vorhanden, oder die Bereiche haben sich – gerade in der Gegenwart – komplex miteinander verflochten.
Die Entschlüsselung zunächst unbekannter Konnotationen und soziokultureller Kontexte erfordert somit zugleich eine Reflektion über bisher selbstverständliche Begriffe sowie über die eigene kulturelle Wahrnehmung und Identität. Gerade dadurch eröffnen sich in diesem Studium vielfältige neue Perspektiven – auch auf die westlichen Kulturen. Die hier vermittelten Erfahrungen mit der Vielfalt menschlicher Ausdrucksformen, kombiniert mit dem Wissen um globale Mechanismen, Prozesse interkulturelle Begegnungen und mediale Strukturen befähigen somit zu einer fundierten wissenschaftlichen und angewandten Auseinandersetzung mit den Künsten im globalen Kontext.
Das Masterstudium bietet einen exemplarisch angelegten, fundierten Umgang mit den vielfältigen musikalischen, bildlichen und sprachlichen Ausdrucksformen in gegenwärtigen und historischen Kulturen. Darüber hinaus räumt es Kultur-, Medien- und Intermedialitätstheorien sowie den mit diesen verknüpften methodologischen Fragen breiten Raum ein. Dabei bilden die Forschungsfelder des Center for Cultural Studies (CCS) einen integralen Bestandteil des Programmes:
1. Inter- und Transkulturalität, d. h. Themen wie Transnationalismus und Globalität, Konstitution und Projektion von Eigen- und Fremdbildern, von Symmetrien und Asymmetrien sowie Kontakte und Austauschprozesse zwischen kulturellen Gemeinschaften;
2. Medialität und Intermedialität, also Fragen, die die materialen und medialen Grundlagen der Bedeutungskonstitution, die Spannung von Text- und Bildkulturen, die Interaktion verschiedener Medien bei der Bildung von Symbolsystemen, Performanz, die Prägung des Menschen durch die Medien (Stichwort 'Medienanthropologie') sowie die Konstruktion von 'Welt' (verstanden als Lebenswelt, aber auch als Schauplatz regionaler und globaler Prozesse) betreffen;
3. Wertebildung im globalen Kulturbetrieb der Gegenwart, d. h. Themenbereiche wie die Persistenzen und Verschiebungen in Wertebildungen der zeitgenössischen Kultur, Kanonbildungen und gesellschaftliche Prozesse im Spannungsfeld von 'Westkunst' (einschliesslich Literatur, Theater, bildender Kunst, Musik, Tanz) und globalisiertem Kulturbetrieb;
4. Kulturelles Gedächtnis – Tradierungsformen, also die Frage nach den Konservierungs- und Darstellungsformen von Wissensbeständen, Klangsystemen, Artefakten und Textcorpora angesichts der Herausforderungen des medialen Wandels, Materialität und Medialität von Zeichensystemen (einschließlich Klang, Bild und Bewegung), Fragen der Edition und des Textbegriffs.