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Prof. Dr. Ursula Hemetek (Universität für Musik u. darstellende Kunst Wien)
Dieser Beitrag ist in der ethnomusikologischen Minderheitenforschung verankert, einer international etablierten Forschungsrichtung, die sich mit unterschiedlichen Betrachtungsweisen von Musik und Minderheiten auseinandersetzt. Kulturelle Interferenzen sind dabei ein wesentliches Thema. Um diese zu fassen, findet in der modernen Ethnomusikologie vermehrt das Konzept der Hybridität Anwendung, das aus der Musiksoziologie und der Ethnologie übernommen wurde.
Ausgehend von verschiedenen Minderheiten-Communities, von sog. «autochthonen» Minderheiten sowie MigrantInnen sollen die unterschiedlichen musikalischen Praktiken der «selektiven Aneig-nungsprozesse» sowohl von Seiten der Dominanzgesellschaft als auch innerhalb der Minderheiten-Communities diskutiert werden. Der urbane Lebensraum Wien bietet hier völlig andere Voraus-setzungen als ländliche Gebiete, weshalb beide Berücksichtigung finden. Nach Abklärung der his-torischen Voraussetzungen und der politischen Rahmenbedingungen wird dabei mit Musikbeispie-len aus der burgenländisch-kroatischen Kultur, aus den verschieden Romakulturen und dem breiten musikalischen Spektrum der Musik von Migrantinnen aus dem ehemaligen Jugoslawien gearbeitet.
Dienstag, 28. Februar 2012, 18.15 Uhr
Hörsaal 002, Hallerstrasse 12, 3012 Bern
Dr. Christine Dettmann (University of Essex)
Die Ethnomusikologie ist im anglo-amerikanischen Raum als Nachfolgedisziplin der Vergleichenden Musikwissenschaften entstanden. Dabei hat sie sich von der vergleichenden Methode – einst genutzt für ideologisch besetzte Spekulationen um den Ursprung und die Entwicklung von musikalischen Phänomenen – weitgehend distanziert. Dies ist möglicherweise der Grund, dass bis heute nur zögerlich Forschungen zu einer transatlantischen Musikgeschichtsschreibung vorgenommen werden. Doch die Fragen, insbesondere zur Geschichte von afrikanisch beeinflusster Kultur in der Neuen Welt, bleiben. – Innerhalb eines interdisziplinär angelegten Projekts nahm ich an (filmisch dokumentierten) Feldforschungen im Südwesten Angolas teil; einer Region, die als Geburtswiege der afro-brasilianischen Kampfkunst Capoeira gilt. Mein Vortrag widmet sich beispielhaft dem Musikbogen der Capoeira («berimbau» in Brasilien, «mbulumbumba» in Angola), um abschließend sowohl die Herausforderung als auch die Verantwortung von afrikanisch-amerikanischer Musik-forschung zu kennzeichnen.
Dienstag, 6. März 2012, 18.15 Uhr
Hörsaal 002, Hallerstrasse 12, 3012 Bern
Prof. Tina K. Ramnarine (Royal Holloway, University of London)
This paper discusses how modern joik can be interpreted in relation to traditional cosmologies, drawing in particular on the goddesses, and how this genre has featured in the fostering of a pan-Sámi indigenous sensibility. Although joik continues to play a defining role in representing Sámi political identity, this genre is not widespread across the region now known as Sápmi (the land of the Sámi). Amongst the Skolt Sámi in the eastern regions of Sápmi, for example, the traditional vocal genre is the leu’dd – often a narrative about an individual, which can be understood as a form of oral history. Leu’dd is regarded as a disappearing vocal tradition. Wars, Cold War military policy, and hydroelectric projects have resulted in the forced relocation of the Skolt Sámi and in the deaths of male singers. The most recent recording project of the 1990s focuses, therefore, on female singers. The discussion in this paper draws on Sámi cosmologies, explores Sámi feminist theorisation, and focuses on two singers – Ulla Pirttijärvi and Tiina Sanila – to highlight the different ways in which singing evokes notions of Sáminess, the historical processes that have shaped women’s vocal expressions, and the connections between traditional and modern musical practices. The emotional attachments to place and kinship bonds expressed in joik and leu’dd performance are analysed in relation to the politics of identity and belonging.
(Der Vortrag erfolgt in englischer Sprache)
Mit Uniterstützung der Mariann-Steegmann-Stiftung
Dienstag, 27. März 2012, 18.15 Uhr
Hörsaal 002, Hallerstrasse 12, 3012 Bern
Prof. Dr. Mark Slobin (Wesleyan University, USA)
The talk outlines three architectural ways of thinking about film music: music supports the narrative architecture of a movie in the way that columns, archways, and doorways buttress the structure of buildings; music provides its own sonic architecture, constructing pathways for the ear through the unfolding of the film, and music also works with or against the physicalarchitecture of sets and settings. The core examples come from the classic era of Hollywood, with excursions to other cinema systems – France, India – for comparative purposes.
(Der Vortrag erfolgt in englischer Sprache.)
Mittwoch, 16. Mai 2012, 18.15 Uhr
Seminarraum 104, Hallerstrasse 5, 3012 Bern