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Zählen Dan Browns The Da Vinci Code, Helen Fieldings Bridget Jones' Diary und J. K. Rowlings Harry Potter-Serie zur 'Weltliteratur'? Angesichts ihrer globalen Leserschaft ist diese Bezeichnung sicher angebracht. Oder nicht? Was meinen wir heute, wenn wir den allgegenwärtigen Begriff 'Weltliteratur' verwenden? Aus den Feuilletons zahlreicher Zeitungen und den Leseempfehlungen von Kulturmagazinen ist der Begriff jedenfalls kaum wegzudenken. Das Masterprogramm World Literature geht den verschiedenen möglichen Bedeutungen und Bezugsrahmen dieses schillernden Begriffs nach, setzt sich mit seiner Geschichte auseinander und hinterfragt ihn kritisch:
Was ist 'Weltliteratur'? Wer entscheidet diese Frage? Welche Faktoren spielen eine Rolle? Macht es überhaupt Sinn, an diesem widersprüchlichen Konzept festzuhalten?
Im Rahmen des Studiengangs World Literature geht es darum, herkömmliche Definitionen von 'Weltliteratur' kritisch zu begutachten und angesichts der Bedingungen einer globalisierten und medialisierten Welt neu zu umreissen. Die Erarbeitung neuerer Konzepte des Begriffes erlaubt eine vielfältige Bezugnahme auf die kulturelle Komplexität einer globalisierten Welt sowie eine intensive Auseinandersetzung mit den resultierenden Fragen und Problemen.
Diese umfassen insbesondere die komplexen Prozesse der Kanonbildung, des konkreten Weltbezugs und Kulturkontakts.
Das Masterstudium setzt auf eine grundständige Ausbildung in den Bereichen der Literatur-, Kultur-, Medien- und Intermedialitätstheorien und räumt methodologischen Fragen breiten Raum ein. Die Migration von Gattungen und transkulturellen Themen wie Geburt, Tod und Mythen in regionalen/globalen Kontexten, Kulturtransfer – Transkulturalität, Weltliteratur im Spannungsfeld zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit – all dies sind Aspekte, die im Rahmen des Studienganges relevant sind. Im Zentrum des Masterprogrammes stehen Texte der europäischen, nordamerikanischen und postkolonialen Literaturen; jedoch werden auch literarische Texte aus anderen Kulturräumen, wie etwa die tibetische Literatur, berücksichtigt.
Ziel des Masterprogramms World Literature ist es, zentrale Kenntnisse der europäischen, nordamerikanischen und postkolonialen Literaturen in einer globalen Perspektive zu vermitteln, wobei diachrone und synchrone Prozesse gleichermassen berücksichtigt werden. Zudem werden theoretische und methodische Fertigkeiten für Forschungen auf den Gebieten der Literatur- und Kulturkomparatistik, der Wertebildung und der Medialität vermittelt.
Für weitere Informationen und eine ausführliche Studienberatung wenden Sie sich bitte an Viola Marchi.
Der Studiengang richtet sich an Studierende mit einem Bachelor-Abschluss in einem philologischen Fach, z.B. Anglistik/Amerikanistik oder Romanistik, sowie an Studierende mit einem geistes- oder sozialwissenschaftlichen Abschluss. Das Studium zielt neben der fächerübergreifenden, wissenschaftlichen Durchdringung der skizzierten Sachverhalte insbesondere darauf ab, einen fundierten, kritischen Umgang mit den vielfältigen symbolischen Ausdrucksformen in gegenwärtigen wie vergangenen Gesellschaften zu vermitteln, der nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch für alle anderen relevanten Berufsfelder (Kulturjournalismus, Kulturmanagement, Kulturpolitik etc.) eine unerlässliche Voraussetzung ist.